Paramyxovirose (PMV 1)

Paramyxovirose ist leicht übertragbar und
in der Regel nicht heilbar. Als Schutz vor Verlusten ist die Impfung die einzig verlässliche Maßnahme. Deshalb gilt im Verband Deutscher Brieftaubenzüchter e.V.* und im Verband Deutscher Rassetaubenzüchter eine Impfpflicht für
alle Tauben eines Bestandes! (*Beschluss des Beirates vom 26.11.1988)
Erreger
ist das weltweit vorkommende Paramyxovirus, welches bei Tauben erst ab 1978 beschrieben wird. Das Paramyxovirus führt zu verschiedenen Erkrankungsformen, die hauptsächlich die Koordinationsfähigkeit der Taube beeinträchtigen und keine wirkliche Genesung erwarten lassen.
Ansteckung
erfolgt als Tröpfcheninfektion über die Nasenöffnung oder die Bindehäute der Augen. Innerhalb kurzer Zeit vollzieht sich eine massive Virusvermehrung in verschiedenen Organen.
Krankheitsbild
als Folge der Virusvermehrung kommt es zu Wasser-Resorptionsstörungen mit einem typischen wässrigen Kotbild. Durch die Beeinträchtigung der Nervenfunktion sind schlaffe, oftmals einseitige Lähmungen von Flügeln und Ständern zu beobachten. Teilweise ist auch Festliegen beobachtet worden. Kopf- und Halsverdrehungen bzw. Schiefhaltungen werden häufig festgestellt, die jedoch erfahrungsgemäß erst etwa 3-4 Wochen nach der Infektion auftreten.
Bei diesen Krankheitsbildern muss jedoch auch eine Erkrankung an Paratyphus in Erwägung gezogen werden. Eine Abklärung ist deshalb wichtig.
(Quelle: http://www.idt-biologika.de)
Taubenklinik-aktuell -
WARNUNG: Gefahr durch Paramyxovirose!
Wieder einmal geht das Paramyxovirus in unseren Taubenbeständen um! In vielen Schlägen zeigen sich derzeit zahlreiche Todesfälle. Tauben magern ab und setzen dünnen, wässrigen Kot ab. Vor allem die Spätjungen sind hiervon betroffen...
"In der Regel höre ich von den betroffenen Züchtern, sie hätten die Jungtauben-Krankheit auf dem Schlag. Das ist Unsinn! Die Jungtauben-Krankheit tritt im Moment nicht auf. Zahlreiche Todesfälle, zum Teil über Nacht, verbunden mit wässrigem Kot, sind vielmehr ein deutliches Zeichen für eine Paramyxovirus-Infektion. Die Züchter erkennen dies häufig nicht, weil die Tauben dabei nicht den Kopf verdrehen. Es gibt aber neue Virustypen, bei denen dieses bekannte Krankheitsanzeichen zunächst nicht auftritt.
Lassen Sie daher bitte so schnell wie möglich alle noch nicht geimpften Tauben impfen! Die Gefahr war selten so groß wie jetzt".
Dr. Ludger Kamphausen (Quelle: http://www.brieftaube.de)